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03. 10. 2017

Braunkohle-Bergbau kostet noch Jahrhunderte


Die Folgen des Braunkohle-Bergbaus werden finanziell noch für Jahrhunderte spürbar sein. Das geht aus mehreren Gutachten von RWE hervor. Aber ob die von RWE vorgesehenen finanziellen Mittel ausreichend und sicher sind bezweifeln Experten.

Die Folgen des Braunkohle-Tagebaus werden für den Wasserhaushalt des Rheinlandes noch in mehr als 300 Jahren zu spüren sein. Dies zeigt ein von RWE in Auftrag gegebenes Gutachten.

Experten fordern unabhängige Gutachten

RWE hat nach eigenen Angaben für die Beseitigung von Schäden wie austrocknende Feuchtgebiete, absinkendes Grundwasser und Verunreinigung von Trinkwasservorräten 165 Millionen Euro eingeplant, so der WDR. Ein Braunkohle-Experte hält die Summe für nicht angemessen. „Wir reden hier über Zeiträume von mehreren hundert Jahren“, erklärt Dirk Jansen. Aber was kostet es diese Folgen zu begleiche?

Begleichung der zu erwartenden Kosten bei Kohleausstieg in Gefahr

Insgesamt belaufen sich die noch anfallenden, geschätzten Kosten der RWE Power AG für den Braunkohlenbergbau auf 2,17 Milliarden Euro. Der größte Teil davon, 1,62 Milliarden Euro, entfällt auf die Wiedernutzbarmachung des Abbaugebietes. Weitere 172 Millionen Euro sind für die Umsiedlungen und Verlegungen sowie 384 Millionen Euro für Bergschäden vorgesehen.

Die Bezirksregierung Arnsberg bewertet die finanzielle Bedienung der geschätzten Kosten zwar als sicher, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass die Braunkohle noch bis Mitte des Jahrhunderts zur Stromerzeugung genutzt wird. Diese politische Vorgabe ist jedoch keineswegs sicher. Die Grünen etwa haben einen früheren Kohleausstieg zur Bedingung für eine Regierungsbeteiligung gemacht.

Quelle: IWR Online