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Aktuelles

06. 03. 2018

Scheinheilig


Antwort von Dr. Peter Neuhaus, Sprecher der Klimawelten in Hilchenbach,  zu einem Leserbrief aus der Siegener Zeitung.

Herr Martin kritisiert Natur-, Arten-, Landschafts- und Heimatzerstörung durch die Windenergie und wirft den Betreibern von Windenergieanlagen vor, die Triebfelder ihres Handelns sei nicht die "Rettung der Welt", sondern persönliche Bereicherung. "Scheinheilig" sei das.

 

Abgesehen davon, dass es nicht verboten ist, mit der Produktion von Gütern, zu denen zweifellos der Strom in unseren Steckdosen gehört, Geld zu verdienen, fällt der Vorwurf der Scheinheiligkeit auf Herrn Martin selbst zuück. Denn Naturschutz und Klimaschutz lassen sich eben nicht gegeneinander ausspielen, sondern sind zwei Seiten einer Medaille: Wenn das Klima aus dem Ruder läuft, ist auch für Fledermäuse, Greifvögel, Reiher, Storche und Kraniche auf Dauer nicht mehr viel zu machen. Derzeit sind etwa drei Prozent aller Arten weltweit durch die globale Erwärmung bedroht. Jede sechste wird es sein, wenn die Menschheit nichts gegen den menschengemachten Klimawandel unternimmt.

 

Wem also an seiner Heimat gelegen ist, der sollte nicht über die Windenergie herziehen, sondern in ihr eine Chance sehen, unseren Teil zum Klimaschutz beizutragen. Und wer das rundheraus ablehnt, dem empfehle ich einen Besuch des Braunkohletagebaus Garzweiler, wo die Heimat tausender Menschen buchstäblich verheizt wird. Anfang Januar dieses Jahres fiel der Immerather Dom den Baggern des Stromkonzerns RWE zum Opfer. Man stelle sich Ähnliches in unserer Heimat vor... Wer also wie Herr Martin von Heimat spricht, dem sollte auch die Heimat der anderen nicht egal sein. Denn das wäre "scheinheilig"!